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AUSSTELLUNGEN
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Halt im Raum


1999, IGW «Fliessende Grenzen, Design-Center Langenthal

Jedes Mal, wenn Heidi Arnold ihre Ware vom Webstuhl nimmt, ist sie erst einmal enttäuscht. Sie hängt das Gewebe irgendwo auf und wartet. Vielleicht revidiert die Zeit ihr Urteil, oder es entstehen Ideen zu Weiterentwicklungen und neuen Projekten. Auch der Prototyp zum Werk „Halt im Raum“ hing eine Weile einfach in einer Ecke – zufällig neben einer Kletterpflanze, die dringend eine Stütze benötigte. Heidi dachte, eigentlich wäre es ganz praktisch, wenn die Ranke am Gewebe weiterwachsen könnte.

So entstand die Installation für die IGW-Ausstellung „Fliessende Grenzen“ (1999): In einem lichtdurchlässigen Doppelgewebe klettert eine Efeupflanze. Das Gewebe gibt ihr Halt, setzt aber auch Grenzen. Die Ranken suchen sich ihren Weg zurück in den freien Raum und brechen wo immer möglich durch die seitlichen Öffnungen aus.

In der zweiten Stoffbahn der Installation „Halt im Raum“ steckt eine Glühbirne. Ihr Licht verbreitet sich im Raum. Erst das Licht macht die Grenze zwischen Gewebe und Raum deutlich und überwindet sie. Es flutet durch das transparente Gewebe und verbindet es mit der Umgebung.

Die dritte Stoffbahn besteht aus einem steifen, unteren Teil und einer feineren oberen Hälfte. Das formbare Gewebe wurzelt im Boden und wächst in den Raum hinauf; der Moiré-Effekt lässt das Licht von unten nach oben fliessen und die Grenze zwischen fest und zart überwinden.